2015, Jahresmitgliederversammlung, Abschied Eberhard Wunderle

 

Wir hatten 2015 keine Projekte durchgeführt, erschöpft von 1 1/2 Jahren DAI-Tag- Vorbereitung und – Durchführung. Der DAI-Tag 2014 war das Abschiedsprojekt von unserem langjährigen Vorsitzenden Eberhard Wunderle, - und es war ein tolles Projekt.

So war es nur recht und billig, dass wir dem Eberhard mit unserer Mitgliederversammlung im November 2015 nach 25 Jahren Vorsitz beim SAIV, einen würdigen Abschied ausrichten.

Der „Abschied“ aus seinem Amt fiel Eberhard Wunderle trotz der damit verbundenen jahrelangen Arbeit sichtlich schwer. Die letzten Treffen waren zäh, die Kommunikation war müde. Sein Elan, das positive Denken und seine Zuversicht immer alles irgendwie noch hinzubiegen, hatte gelitten. All seine Stärken, mit denen er den Verein 25 lang so erfolgreich geführt hatte, waren einer leisen Melancholie gewichen.

Das konnte ich natürlich so nicht weiter laufen lassen und so habe ich mir überlegt dass wir ihn mit einem Paukenschlag wieder aufwecken. Wir ließen ihn im Glauben, dass er auf einer gewöhnlichen, mäßig besuchten Jahresvollversammlung seinen Vorsitz protokollgemäß übergeben könnte und haben ihn statt dessen mit einem Fest, Musik und der größten Mitgliederversammlung seiner ganzen Amtszeit überrascht. 

Es hat wunderbar geklappt, - alle haben dicht gehalten und als die Sitzung losging, als die vielen Teilnehmer erschienen, war der Eberhard erstmal positiv verwirrt. Und als dann unserOberbürgermeister Dr. Kurt Gribl überraschend auftrat und eine lange, sehr persönliche und wunderbare Laudatio hielt, als weitere Gäste kamen, Ansprachen und Geschenke folgten und die Band und das Buffet in einen festlichen Abend führten, war unser charmantergutgelaunter Präsident Eberhard wieder präsent.

Der Verein hat Eberhard Wunderle viel zu verdanken und wir hoffen alle, dass er auch die nächsten Jahre für uns da sein wird, - seltener vielleicht, aber immer loyal und mit viel Engagement.

Ein paar der Ansprachen und viele Fotos haben wir zur Nachlese angehängt, deshalb spare ich mir hier weitere Worte.

Klaus  Stumpf, 1. Vorsitzender

________

Sehr geehrter Herr Wunderle,

Baukultur entsteht nicht im stillen Kämmerlein. Sie lebt davon, dass viele Köpfe mitmachen, Vorbild geben, sich einmischen und die Dinge kritisch hinterfragen. In allen diesen Feldern ist der SAIV aktiv und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag für die gute Gestaltung unserer gebauten Umwelt. Als langjähriger Vorsitzender haben Sie daran einen maßgeblichen Anteil. Hierfür möchte ich Ihnen herzlich danken.

Bei allen wichtigen Fragen von Stadtplanung und Architektur haben Sie sich als Vorsitzender des SAIV stets engagiert, fundiert und konstruktiv eingebracht. Sie wirkten zum Beispiel entscheidend an der Planungswerkstatt Augsburg West, der Architekturwerkstatt Maximilianstraße oder der Diskussion über Mobilität in der Innenstadt und den Königsplatz mit. Wenn Sie nun nach 25 Jahren den Vorsitz des SAIV abgeben, danke ich Ihnen für dieses großartige ehrenamtliche Engagement.

Und auch bei den anstehenden Zukunftsaufgaben wie z.B. dem verstärkten Bau von Wohnungen, der Sanierung und Weiterentwicklung des Theaters oder der Aufwertung des Bahnhofsumfelds freue ich mich auf den Dialog mit Ihnen und dem SAIV. Es bleibt spannend.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Merkle

Berufsmäßiger Stadtrat

________

Sehr geehrter Herr Wunderle,

vor gut über 25 Jahren habe ich mein Amt als damals noch „blutjunger“ Kreisbaumeister angetreten. In all den Jahren hatten wir immer wieder Kontakt miteinander. Und in der Regel ging es dabei natürlich immer um Architektur. Dabei habe ich Sie als einen Architekten kennengelernt, der weiß was er will und auch was er nicht will. 

In der Sache streitbar, aber immer zielgerichtet, konstruktiv und sehr kompetent. 

Und so haben Sie auch als Vorsitzender des SAIV agiert: Als ein engagiertes und agiles Vorbild unseres Berufsstands und als Vertreter einer der Architekten, von denen Leon Battista Alberti einmal gesagt hat: 

„Einen hohen Geist, unermüdlicher Fleiß, höchste Gelehrsamkeit und größte Erfahrung muss jener besitzen und vor allem eine ernste und gründliche Urteilskraft und Einsicht haben, der es wagt sich Architekt zu nennen.“

Ich grüße Sie von der anderen Seite des Erdballs und bedanke mich ganz herzlich für Ihre tolle Arbeit als Vorsitzender des Schwäbischen Architekten- und Ingenieurvereins.

Frank Schwindling

Leitender Baudirektor

Kreisbaumeister

< zurück zur Übersicht